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Tierpsychologie
Viele die sich heute berufsmäßig mit Tieren beschäftigen, haben
versäumt, grundlegendeverhaltensbiologische Themen zu erlernen.
Es wird zwar sehr geschickt mit den Tieren praktisch gearbeitet,
aber ohne zu wissen, wie das Lernen beim Tier tatsächlich
funktioniert.
Die Tierpsychologie und die daraus entwickelte
Verhaltensberatung bei Haustieren ist in den letzten dreißig
Jahren zu einem zunehmend internationalen Betätigungsfeld
geworden. In den USA entwickelt, ist sie bereits seit Jahren vor
allem in England, zunehmend aber auch in allen anderen
westlichen Industriestaaten etabliert. In Deutschland steigt das
Interesse an tiertherapeutischer Hilfestellung in den letzten
Jahren beständig an. Ob es heute mehr Probleme im Zusammenleben
mit unseren Haustieren gibt als früher, oder ob einfach das
Bewusstsein gegenüber den Tieren ein aufmerksameres geworden
ist, ist nicht eindeutig zu sagen. Als sicher kann jedoch
angenommen werden, dass Tiere mit unseren oft beengten
Großstadtwohnverhältnissen schwerer zurecht kommen, als mit dem
früheren “Landleben”, das ihnen mehr Freiraum, Ruhe und soziale
Kontakte ermöglichte. |
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ist der Stellenwert eines Haustieres heute wesentlich höher
anzusehen. Tiere werden als Familienmitglieder betrachtet, man
trennt sich wegen eines Problems nicht mehr so schnell von
ihnen, sondern sucht professionelle Hilfe, wenn das Problem
allein nicht mehr zu lösen ist. |
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Obwohl mit der Tierpsychologie in
erster Linie dem Tierbesitzer geholfen wird, denn er sieht das
Problem als ein solches, nicht das Tier, ist die
tierpsychologische Hilfe auch eindeutig als angewandter
Tierschutz anzusehen, denn letztlich bewahrt sie viele Tiere vor
der Euthanasie oder
der Abgabe ins Tierheim. |
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Die
Tierpsychologie umfasst Kenntnisse und Erfahrungen aus der
Ethologie, der experimentellen Psychologie und der humanen
klinischen Psychologie. Die Tierpsychologie unterscheidet dabei
zwischen echten Verhaltensstörungen (Verhalten, das in dieser
Form bei den wilden Verwandten oder Vorfahren, z.B. Wölfen,
nicht vorkommt) und störendem (den Besitzer) Verhalten des
Tieres. Beispielsweise ist Selbstverstümmelung eine echte
Verhaltensstörung, während Harnspritzen (Markieren) ein
natürliches aber den Besitzer störendes Verhalten ist. Auf
dieser Grundlage baut die individuelle Therapie nach
ausführlicher Anamnese durch Befragung des Besitzers und
Beobachtung des Tieres auf. Manche Probleme sind sehr einfach zu
lösen, beispielsweise kann es bei einer unsauberen Katze schon
ausreichen die Einstreu zu wechseln oder das Katzenklo an
anderer Stelle zu platzieren. Andere Probleme dagegen verlangen
zu deren Lösung viel Geduld und Mitarbeit vom Tierhalter.
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